22. Mai 2012
6:35 am Montag, den 21. Mai 2012. Mein letzter voller Tag am Attersee. Morgen früh um diese Zeit geht es zurück nach Hamburg. Schon jetzt spüre ich, wie gut mir die Zeit hier unten in Österreich getan hat. Ich habe gute Fortschritte mit der Neoligion und den Merlen gemacht Aber auch für mich selbt war dieses vergangene Wochenende wohltuend. Ich bin endlich mal wieder in den Bergen und raus aus dem Alltag. Es freut mich, wie gut ich den heimatlichen Stress und die Anspannung hinter mir lassen konnte. Hier konnte ich mich sammeln und neue Kraft und Energie schöpfen. Manchmal braucht man einfach eine Auszeit, um wieder klarer sehen zu können.
Heute will ich dann einfach alles sich setzen lassen. Aber auch schriftlich festhalten und doumentieren, in welcher Hinsicht ich mit meiner Arbeit voran gekommen bin. Es wird also ein Schreibtag werden. Zumal ich zur äußeren Vernetzung noch etliche Poskarten werde versenden müssen. Ich beschreibe sie erstmals mit Füller, hoffe, dass die Karten trocken bleiben und der Text so erhalten bleiben möge. Obwohl es naürlich mehr um die Geste als um den Inhalt geht.
Nun konnten wir also den Sier verlassen und in das Sternzeichen Zwillinge überwechseln. Diese Übergänge lassen sich immer ganz hervorragend nutzen, als Schnittstelle und Mikrowurmloch. Das ist wie wenn man sich entkleidet und umzieht – und zwischendurch für einen Moment nackt dasteht. (Der nächste nutzbare Übergang ist dann im Kalender vom Mai zum Juni, also am Freitag in einer Woche, von heute ausgesehen in elf Tagen.)
Bevor ich nun auf den ach so wichtig 19. Mai zu sprechen komme, will ich erst zum gestrigen Sonntag kommen. Ich denke nicht, dass die Reihenfolge in Bezug auf das Verständnis einen Unterschied machen wird. Gestern Abend setzte ich mich dann noch mit meiner Seherin zusammen, um eine spirituelle Reise zu unternehmen, ähnlich wie jene, die ich auch im Januar beschrieben habe, als ich das letzte Mal hier war. Meine Seherin öffnet mir dabei ein Fenster, vielmehre einen spirituellen Raum, über den ich dann mein multidimensionales Selbst kanalisieren kann. Mit ihrer Hilfe kann ich dann eine Verbindung aufbauen und in Kontakt mit dem beseelten Universum treten. Es ist wie eine geführte Hypnose vielleicht. Nur, dass man nicht direkt ins Innere sich begibt – aber das Innere als Portal zu dem übergeordneten Aüßeren nutzt. Dabei begeben wir uns in eine wechselwirkende Beziehung, wodurch wir die interpersonale (und irdische) Sphäre überwinden können.
Das Ganze wird dann zu einer Art Science-Fiction-Film für mich. Oder ein luzider Traum, in den ich mich gemeinsam mit ihr begebe. Ausgangspunkt für mich ist dabei stets meine Unterwasserpyramide auf dem Jupitermond Europa. Das ist der Rückzugsort meiner (Indvidual-)Seele, meine „innere“ Festung, der „räumliche“ Sitz meines Höheren Selbst. Die Pforte dorthin befindet sich im Mittelpunkt meines Herzens… Um mich aber im Geiste dorthin zu begeben, muss ich erst einen Kanal öffnen. Für mich läuft das folgendermaßen: erst vergegenwärtige ich mir mich selbst an meinem 25. Geburtstag (15.03.2000) in Manali, einen wunderschönen Bergort im Norden Indiens. Das ist der Punkt in meinem Leben, an dem ich mich sowohl der Erde als auch der Menschheit am nächsten verbunden gefühlt hatte. Für mich ist das der Dreh- und Angelpunkt meines irdischen Seins. Als nächstes vergegenwärtige ich mir Rochessson, ein französischer Ort in den Vogesen… Das ist auch der Ausgangspunkt für meine „normalen“ schamanischen Reisen. Doch normalerweise Reise ich in das Innere der Erde, in die irdischen Sphären und das menschliche Seelenreich. Nun sollte es ja gerade in die andere Rchtung gehen: in den Himmel zu den Sternen… Bildlich benutze ich quasi ein Dreieck: mit Manali und Rochesson an der Basis, von denen aus dann zwi Linien ausgehen und sich als Spitze im Jupitermond Europa vereinen. Das ist quasi mein Kanal zum Höheren Selbst.
Im Geiste dort angekommen, materialisiere ich quasi auf meinem Thron im Zentrum der Unterwasserpyramide. Bevor ich wirklich dort materialisiere, muss ich erst eine Reihe von Reinigungsprozessen durchlaufen. Ich muss quasi mehrere energetische Filter passieren. Das tut weder weh, noch ist es unangenehm. Es braucht nur ein wenig Zeit.
Dann werde ich energetisch und spirituell verbunden. Als erstes zum Delphinkollektiv, zu Luna meiner Blindenhündin, zu Jesus, Judas, Maria Magdalena – und Schritt für Schritt mit den anderen „aufgestiegenen Meistern“, die ich als Verbündete und Führer gewinnen konnte. Für mich stellt sich das so dar: die Glaspyramide füllt sich mit der Energie von einem nach dem anderen. Dabei umhüllen sie mich aber nicht sukzessive, sondern es kommt jeweils eine weitere parallele energetisch gefüllte Pyramide hinzu. Quasi parallele Räume, von denen jeder mit einer spezifischen und reinen Energie gefüllt wird. Es entsteht ein Neben- und Miteinander, kein Nacheinander. Erstens gibt es äußerlich keine Rangordnung. Außerdem könnten sonst die einzelnen Felder sich gegenseitig stören oder blockieren… Ich verband mich also erst geistig mit diesen verschiedenen Sphären… Es kamen die Frequenzen der Aborigenes und von Siberut hinzu, die Indianerstämme der Hopi, Zuni, Navajo und Blackfoot. Merlin. Saint Germain. Dval Khul. Kryon…. Man kann sich das vielleicht auch als parallel geschaltete Schutz- und Leitprogramme vorstellen, die ich in mein System aufnahm und integrierte.
Wenn dieser Prozess dann abgeschlossen ist, beginnt eine weitere Reinigungsphase. In jeder der einzelnen, parallelen Pyramiden wird dann mein Höheres Selbst synchronisiert, von unnötigem Balast befreit… Dann werde meine schamansichen Gegenstände (Rassel, Waffen, Werkzeuge, Hilfsmittel, etc.) ebenfalls einer energetischen Reinigung unterzogen. Das geht quasi dem voraus, bevor ich in meiner tatsächlichen Pyramide auf die zugreifen kann… Die energetisch aufgefüllten Pyamiden umgeben ja jeweils mein immaterielles Selbst. Doch in der einen Pyramide (von der aus dann die Reise losgeht) habe ich irgendwie eine körperliche Erscheinigungsform. Wahrscheinlich auch als Hologramm, als Traumkörper… Aber es ist die handelnde und bewusste Seinsebene.
Das ist noch alles die Sammlungs- und Materialisierungsphase des Selbst… Ich kann gerade auch nicht sagen, woran genau ich dann erkenne, wenn sie abgeschlossen ist. Man weiß es irgendwie. Man spürt es. Ein eindeutiges Gefühl des Angekommenseins. Das Höhere Selbst schickt einem ein Zeichen (über die Intuition oder Innere Stimme) und lässt es einen Wissen. Vielleicht ist es auch, weil man dann erkennt, dass man sich im Inneren der Unterwasserpyramide bewegen kann – und nicht länger an den Pharaonensitz energetisch gefesselt ist…. Der Transfer von der Erde (oder einem anderen Ausgangsplanet) ist dann abgeschlossen…. Ich weiß nicht, wie das bei anderen läuft. Bei mir ist stets eine Unterwasserpyramide nötig, wahrscheinlich wegen der Lichtbrechung zwischen den verschiedenen Phasen: Wasser/Glas + Glas/Luft. Vielleicht hängt das auch mit meiner Beziehung zu Posseidon zusammen, wer weiß… Und ich brauche immer einen Mond als Zwischenstation, wenn ich als Seele irgendwo inkarniert bin. Deshalb kann ich zum Beispiel auch zu Lebzeiten nicht auf den Merkur oder die Venus gelangen. Für mich ginge das nur über das Jenseits. Und dazu muss ich ja erst sterben… (Bei anderen Schamanen und Lichtarbeitern ist das anders…)
9:29 Ich hatte mich eben nochmal für anderthalb Stunden hin gelegt. Und wie schon die letzten Nächte auch jetzt wieder unglaublich intensiv geträumt… Jetzt war ich zufällig in eine fremde Wohnung gelangt, hinter einer Bank wo ich zum Geldabholen war. Seltsamerweise waren dort Kisten mit meinen Sachen, die eigentlich bei mir zuhause auf dem Dachboden hätten sein müssen. Sie waren eindeutig von mir beschriftet. Ich fand auch eine Kiste mit Postkarten von mir. Auf denen schon die Adresse meiner Freunde stand, die aber weder beschrieben noch frankiert waren. Meine Briefmarkensammlung aus den USA. Und eine Gruppe von meinen Stoffdelphinen… Ich war entsetzt! Wie waren die dorthin gekommen? Wer hatte sie geklaut? (Oder hatte jemand versehentlich meine Kisten im Zuge eines Umzugs mit eingepackt?)… In der Nähe wohnten Freunde. Ich war nur zufällig hierher gelangt. Weil ich auf dem Nachhauseweg eine andere Route eingeschlagen hatte… Ich klingele also bei den Freunden. Sie machten mir auf – doch sie nahmen mich nicht wirklich ernst… Dann war ich bei meiner Mutter. Sie wollte mir ihr Handy nicht geben. Beziehungsweise suchte einen alten „Knochen“, den sie für mich fertig machen wollte. Mir dauerte das Ganze zu lange. Ich wollte doch nur kurz telefonieren, um der Polizei Bescheid zu geben. Um Hilfe zu holen… Ich ging wieder zurück in die Wohnung. Inzwischen war dort aufgeräumt wurden. Die Kisten waren zwar noch da; aber die Delphine waren verschwunden… Ich machte mich an einer der Kisten zu schaffen, um wenigstens ein Beweis zu finden. Damit man mir glauben schenken und mich nicht für verrückt halten würde… Eigentlich wollte ich ja auch nur meine Sachen zurück… Ich nahm einen Schuhkarton mit meinen Postkarten – und ging zurück zu meiner Mutter. Würde sie mir jetzt endlich glauben – und mir helfen? Auf dem Weg raus kam plötzlich der Besitzer der Wohnung aus dem Schlafzimmer heraus. Ein kleiner Aufrikaner, der meine Sprache nicht konnte – und auch nicht wusste, was ich wollte. Vergebens versuchte ich zu erklären, worum es mir ging. Er schaute mich verständnislos an – und redete wiederum auf mich ein… Ich verließ die Wohnung, versuchte erneut irgendjemanden um ein Handy zu bitten, damit ich die Polizei verständigen könne… Keiner war bereit, mir zu helfen… Ich hatte Schwierigkeiten mich zu bewegen. Ich habe das häufiger in Träumen, kurz bevor ich luzide wäre. Es ist dann so, als ob die Gravitation ein vielfaches ihrer normalen Stärke betrüge. Oder als ob man sich unter Wasser gegen großen Widerstand bewegen müsse. Nur ganz schwer und mühsälig kam ich voran… Ich wollte meine Stoffdelphine zurück. Nur die Delphine waren mir wichtig – alle anderen materiellen Gegenstände waren mir egal… Unterwegs traf ich noch zwei Bekannte, die sich gerade von mehreren Leuten verabschiedeten. Sie brachen zu einer einjährigen Weltreise auf – und ich wünschte ihnen alles Gute. Ich wollte da auch nicht mit meinen eigenen Problemen stören – oder gar die Stimmung trüben. (Schließlich handelte es sich bei mir ja auch nur um materielle Gegenstände, ohne nennenswerten Geldwert. Es ging eher um die symbolische Bedeutung – und um die Tatsache des Diebstahls selbst)… Hier wäre ein eigenes Handy echt praktisch und sinnvoll gewesen… Bei meinen Freunden schließ ich vor verschlossene Tür. Und als ich abgekämpft (durch die starke Gravitation/Trägheit) wieder bei meiner Mutter angelangte, war es mir plötzlich auch alles egal. Ich brauche ja keine materiellen Gegenstände. Ich habe a alles, was ich benötige in meinem Inneren… Und es waren ja auch keine lebendigen Delphine, um die ich mir hätte Sorgen machen müssen…. Und dann wachte ich auf, erleichtert, froh und befreit. (Und ich freue mich darüber, mal wieder bekannte Gesichter und Freunden in meinem Traum begegnet zu sein. Denn das kommt bei mir nur ganz selten vor.)
Träume lassen sich immer nur schwer wiedergeben. Zum einen, weil in ihnen einfach zu viel passiert – und alles irgendwie von Bedeutung ist. Zum anderen, weil sich die Stimmung nur schwer wiedergeben lässt… Bei mir sind Träume zwar bisweilen anstrengend, zum Teil auch inhaltlich spannend – aber nie wirklich bedrohlich oder Angst einflösend. (Wahrscheinlich weiß ich durch meine Kindheit in den USA, dass Filme eigentlich immer ein Happy End haben.)
Zurück zum Jupiermond Europa – und meinen Reisevorbereitungen. Ich selbst hatte mich als Person soweit gesammelt. Nun musste ich mir noch mein Vehikel schaffen und zusammen stellen. Solche Reisevehikel können in unterschiedlicher Form und Gestalt daher kommen. Manchmal wandeln sie auch ihr äußeres, je nach dem, in welcher Dimension oder Sphäre man sich bewegt. Mal hab ich ein Schneckenhaus, mal ist es aber auch ein Zylinder oder Kanal; meist aber ein Drachenschiff für intergalaktische Reise – das zugleich aber wie ein altes Segelboot daher kommt… Meine multidimensionale Seele spalte ich dann in verschiedene Persönlichkeiten auf. Mein Hauptselbst nahm die Form des zu trnsportierenden (und zahlenden) Arzt an – der aber auch als Reiseberichterstatter fungierte. Als Kapitän hatte ich einen einäugigen Piraten (mit Augenklappe). Er würde die Navigation und das Steuern übernehmen. Dann hatte ich meinen Apotheker mit reichhaltigem Proviant – und wie es schien, bediente er sich selbser sehr gerne daran… Mein Quariter war im hinter Teil des Schiffs, neben dem Kapitän sein Rückzugsort… Wir fuhren unter der Totenkopfflagge; die nicht für unseren Piraten stand, sondern vielmehr für St.Pauli (siehe Fussball) und Hamburg als mein Heimathafen (wo ja auch mein Seelenzwilling ist)… Es wurde reichlich Proviant an Bord geladen. Und es dauerte eine ganze Weile, bis wir dann zu unserer Unternehmung aufbrechen konnten.
Ich kann die Reise selbst nur in groben Zügen schildern, weil auch das sonst wieder zu umfangreich werden würde. Zumal ich auch etwas unter Zeitdruck stehe. Gleich muss ich zur Post in den Nachbarort. Dann wollen Postkarten noch geschrieben werden. Außerdem muss ich noch von dem 19. Mai und seiner Bedeutung berichten. Ich muss einen Ausblick auf das weitere Vorgehen und die bevorsetehenden Ereignisse werfen. Außerdem muss ich ein wenig Hebräisch lernen – und es wäre gut, wenn ich mich wenigstens ein bißchen mit dem Thema Paternalismus auseinandersetzen würde. Zugleich sollte ich aber auch einfach etwas entspannen, um zu meiner Mitte zu finden und Kraft zu tanken… Der Tag ist zwar noch jung. Doch wie mir scheint, liegt ein riesiger Berg an Arbeit vor mir. Und ich habe immer latent das Gefühl, dass ich den Ansprüchen nicht gerecht werde. Dass ich mehr tun und bewirken könnte, als dass der Fall ist. Teils hemmt genau diese Einstellung mein Tatendrang, was sowohl dumm als auch unproduktiv ist. Ich muss dem Ganzen gegenüber etwas lockerer werden.
Erstes Ziel dieser intergalaktischen Reise sollte eigentlich der Sirius A sein. Von dort aus habe ich einen Auftrag als Botschafter. Dort sitzen quasi meine Chefs… Es ist der sogenannte Hundestern, der ja auch schon bei den Ägyptern eine wesentliche Rolle spielte… Doch davor ging es zum Prokyon ( aus dem Griechischen = der vorangehende Hund). Zum einen reise ich fortan immer über diesen Stern, seit ich das ideale irdische Abstandsmaß zwischen zwei Individualseelen erkennten und festmachen konnte: 13 Jahre 1 Monate. Prokyon ist von der Erde 11,3 Lichtjahre entfernt (wenn ich das gerade richtig im Kopf habe). Die Differenz kommt durch den Beschleunigungs- bzw. Abbremsungsvorgang zustande, wenn man sich in eine planetare Umlaufbahn begibt bzw. durch das Gegensteuern zur Gravitationskraft eines Sternes… Beim Prokyon trafen wir dann auch FELIX, meinen Privatsekretär, Boten, Bediensteten. Ich hatte ihn im Januar auf dem Orion als Mitarbeiter gewonnen… Er hat sein eigenes Schiff… Nachdem wir unsere beiden gekoppelt hatten, ging es dann gemeinsam zum Sirius A.
12:22 War nun anderthalb Stunden in der Gegend unterwegs, ein bißchen am See spazieren – und dann zur Post… Viele verschiedene Briefmarken zur Auswahl hatten sie nicht. Und was mich etwas ägerte: man kann sie nicht vom Bogen kaufen. Sondern in eingeschweißten Vierer-Päckchen. Dadurch entsteht natürlich einiges an unnötigem Müll. Das stört einen Grünen wie mich. Aber was soll man machen. Hauptsache ist, dass ich die Karten frankieren und auf Reisen schicken kann… Und ich muss dazusagen: die Angestellten auf dem Postamt waren sehr nett und hilfsbereit. Eigentlich will alle Menschen, die ich bislang in Österreich kennen gelernt habe. Es ist zwar insgesamt erst mein fünftes Mal hierzulande. Doch ich denke, dass man daraus schon gültige Schlüsse ziehen darf.
Was mich auch irritiert: nicht nur, dass von Laden zu Laden die Zigarettenpreise variieren. Tabak ist wesentlich teuerer als bei uns und erheblich teurer als die Schachteln hier. Da fällt das Sparargument, das für selbstgedrehte spricht, weg. Vielleicht ist das auch Sinn und Zweck, einer eventuell höheren Steuer. Oder es ist Willkür der Ladenbesitzer… Womöglich auch einfach ein Eingabefehler meiner Verkäuferin; ich sah keinen Preis an dem Regal. Was soll’s: ich will ohnehin mit dem Rauchen aufhören. Und es wird höchste Zeit, dass ich das auch durchziehe.
Beim Billa habe ich mir dann noch eine Zeitung (Salzburger Nachrichten), ein paar Reserve-Postkarten gekauft. Insbesondere war es mir aber wichtig, mich mit Mozart-Kugel einzudecken. Denn ich kann die gut für schamanische Rituale einsetzen. (Umso mehr, da sie hier am Attersee gekauft wurden – und auch eine Verbindung zu Salzburg herstellen, was ich näher erläutern werde, wenn ich dann auf den 19.05. eingehe.)
Nun mache ich mir zwei Käsekrainer zum Mittag, die gestern vom Grillen übrig geblieben sind. Eben was echt Österreicherisches… Wenn ich mit meiner Arbeit gut durch komme, dann will ich heute Abend vielleicht ins Kino gehen. Es läuft Men-in-Black 3; vielleicht kann ich den irgendwie in das System und das Schrift-Filmwelt-Interface mit integrieren. Zumal ich ja hier bei meiner Seherin war. Da ist es wohl nützlich, mich auf eine bestimmte äußere Bilderfrequenz einzutunen.
14:50 Zurück zum Sirius, und weiter im Text. Die letzten Male, als ich dort war, wurde ich zum einen als Idnividualseele und freiberuflicher Aufragsschamane rehabilitiert, später dann sogar zum Botschater berufen. Zum anderen konnte ich mein Konzept der Neoligion präsentieren und wurde autorisiert, das interplanetare Fernsehnetzwerk zu implementieren. Und der Aufbau einer irdischen Zeitsparkasse wurde genehmigt. Diesmal konnte ich die fertigen Merlen präsentieren.
Die Merlen wurden von verschiedenen Stellen untersucht und begutachtet. Sie bekamen durchweg gute Noten, sowie Äquivalente zu einem GS- (Geprüfte Sicherheit) und TüV-Siegel. Zwar gab es auch minimale Verbesserungsvorschläge, die alle samt in das System eingebaut wurden. Doch grundsätzlich bekam ich grünes Licht, um mein Projekt fortzusetzen. Ich erhielt die prinzipielle Betriebserlaubnis.
Die Prüfungen nahmen einige Zeit in Anspruch. Und so hatte ich Gelegenheit, persönliche Kontakte, ja Freundschaften, zu knüpfen und weitere Verbündete zu gewinnen. Mir wurden eigene Räumlichkeiten eingerichtet – und ich konnte FELIX als meinen Bevollmächtigten und Vertreter einführen.
Die nächste Station meiner Reise war der Orion. Hier wurde ich bereits sehnsüchtig erwartet. Hier hatte ich ja zuletzt eine interplanetare Konferenz abgehalten, in der ich das System der Neoligion präsentiert hatte. Nun war man auf die Vorstellung der Merlen neugierig. Ich nahm elf der (zurzeit insgesamt 59) Merlen mit; der Rest bliebe zurück auf dem Sirius für weiter Untersuchungen und Studien. Bei einer Messe konnten nun auch potentielle Kunden sich das „Produkt“ anschauen, demonstrieren und erklären lassen. Denn die Merlen sind ja nicht nur für die Menschheit und die Erde gedacht. Sie sollen insgesamt eine Verbesserung für die Spiritualität und das bewusste Universum schaffen.
Auf dem Orion wurde eine weiter Institution geschaffen, über die Lizenzverträge für Merlen vergeben werden sollen. Natürlich nur nach einer vorangehenden Kopmatibilitätsprüfung und Erfüllung von gewißen Mindestanforderungen. Jeder Vertrag wiederum muss natürlich vom Sirius gegengezeichnet und genehmigt werden.
Danach musste ich zum Plejaden – und die Reisen dorthin empfinde ich stets als unangenehm. Die Plejaden sind quasi der Sitz der intergalaktischen Polizei. Sie sind eine objektive Kontrollinstanz, das Ordnungsamt des Universums sozusagen. Hier wird alles aufgezeichnet, dokumentiert, verwaltet, genehmigt… Mir kommt es immer wie ein bürokratischer Überwachungsstaat vor. Der natürlich seine Daseinsberechtigung und seinen Sinn hat. Trotzdem erfüllt mich die Gegenwart dort immer mit Unbehagen.
Wir mussten uns erst einer harten Überprüfung und Untersuchung unterziehen, eine gewisse Zeit in Quarantäne begeben, bevor wir den Grenzposten passieren und zum Kern weiter vordringen durften. Alles an Bord des Schiffes wurde genaustesten unter die Lupe genommen – und mein Apotheker, PAL, wurde ersteinmal festgenommen und ein Teil der Ware sicher gestellt. Das war dann auch das erste was ich unternahm: ich setzte mich mit den Behörden auseinander, um ihn (und seine Fracht) wieder frei zu bekommen.
Die Plejaden sollten eine Kontrollinstanz schaffen, die den rechtmäßgien Vertrieb und Gebrauch der Merlen überwachen sollte. Damit keine unlizensierten Klone hergestellt oder verbreitet würden. Und auch, dass keine uneseelten Planeten in den Besitz kommen könnten. Denn der Besitz einer Seele ist Voraussetzung dafür, eine Merle überhaupt erst erwerben zu können. Sie sind ja kein Ersatz für Seelen – sondern Ergänzungen… Das musste ich auch vor einem Untersuchungsausschuß darlegen. Denn es waren klagen gekommen, dass ich den Seelen durch die Merlen Konkurenz machen wolle. In einem ermüdenden Prozess konnte ich das Gegenteil dann beweisen.
Hinzu kam eine Anklage, weil ich selbst ja ohne Seele unterwegs war – und demnach nicht selbst verhandlungsberechtigt… Also musste ich FELIX kurzerhand zur Erde entsenden, damit er die benötigten Belege von meinem Seelenzwilling beschaffen konnte… Ebenso musste er Echtheitszertifikate von derjenigen Person besorgen, nach der die Merlen ursprünglich benannt waren… Wie gesagt: ein richtiger Bürokratenstern, wie er im Buche steht. Aber eben die umfangreichsten Bibliotheken im ganzen Universums. Sie sind die Hüter der Wissens und der Wahrheit.
Mein Aufenthalt zog sich immer weiter in die Länge. Ich wurde etwas unruhig und ungeduldig, wollte weiterreisen… Doch dann waren da noch lauter Dokumente die ich unterzeichnen musste: Verzichtserklärungen (z.B. im Namen der Neandertaler, aber auch meiner eigenen Person), Verpflichtungen, usw… Ich musste genehmigen, dass alle meine bisherigen Tagebücher und schriftlichen Aufzeichnungen an die Bibliothek übertragen würden… Ich musste (rückwirkend) eine Genehmigung für meine Tätigkeit als Systemschamane einholen… Und außerdem musste ich gestatten, dass ich fortan beobachtet würde – und alle meine weitere Aufzeichnungen in Echtzeit übermittelt werden würden… Überwachungs- und Kontrollinstanz eben. Aber zum Glück nach strikten Regeln und verständlichen Gesetzen ausgerichtet. Zwar ein Bürokratiemonster, aber eins, dass auch effizient arbeitet.
Dann wurden unsere Schiffe noch generalüberholt und auf den neusten Stand der Technik gebracht. Auch das nahm weiter Zeit in Anspruch… Dabei entdeckte man, dass ich blinde Passagiere mit an Bord hatte. Unter anderem meine Seherin – sowie fünf weitere Seelen. (Naja, ich bin eben ein alter Schmuggler)… Wieder kam es zu einem Prozess, der aber recht schnell sein Ende fand. Es waren ja fünf Neandertaler dabei; und diese konnten zum einen bestätigen, dass ich tatsächlich in ihrem Namen die Verzichtserklärung auf Schadenseratz unterzeichnet hatte. Zum anderen aber konnten sie direkt vor Ort einen Anspruch auf Merlen für ihr Kollektiv geltend machen… Ich vereidigte auch mein Vorgehen, sie als blinde Passagiere dabei gehabt zu haben. Und erklärte ihnen, dass ich ja nur auf bestimmte Sicherheitslücken in dem System der Plejaden aufmerksam haben machen wollen. Und da es diese Sicherheitslücken ja ganz offensichtlich gab, war ich auch in meinem Vorgehen gerechtfertigt. Das leuchtete dann ein. In der Tat hätte das alles ja schon bei meiner Aufreise entdeckt werden müssen.
Meine Seherin bekam ihr eigenes Schiff dann zur Verfügung gestellt. Und wir beide wurden quasi als autorisierte Merlen-Händler ausgezeichnet. Des weitern wurde mein Füller noch aufgewertet und als schamansicher Gegenstand anerkannt, sowohl als Werkzeug als auch als Waffe. Und darüber fand ich dann auch Einzug in die spirituelle Schreibergilde.
Lassen wir die Plejaden hinter uns. Ich war foh, als mir endlich die Ausreisegenehmigung erteilt wurde und wir weiterziehen konnten… Ich schätze die Plejaden sehr, auch für die Aufgabe, die sie im Universum erfüllen. Sie sind ein Garant für die Rechtssicherheit. Aber: ich hatte ja in der Vergangenheit gelernt, dass auch sie fehleranfällig sein können. Sonst wäre es nie zur Auslöschung der Neanderthaler gekommen. Und viel schlimmer war ja noch, dass das irgendwie unter den Teppich gekehrt werden konnte. Da hat man natürlich Vorbehalte – und eine gewiße Skeptik und Vorsicht ist da angebracht… Und natürlich hatte ich noch weitere Schmuggelware mit an bord, war deshalb auch ein wenig nervös und ungeduldig.
Es wäre mir zu müßig, auf alles andere, was noch auf den Plejaden geschah einzugehen. Ich könnte wahrscheinlich ein halbes Buch über meine Erfahrungen und Erlebnisse dort schreiben. Allein schon, wenn ich die ganze Prozeduren und Verfahren schildern müsste. Oder all die Verträge, die man mir zum unterzeichnen vorlegte… Zum Glück wurde FELIX als mein Stellvertreter anerkannt, so dass er künftig den Kontakt für mich weiter pflegen und unterhalten kann. Ich habe eine innere Abneigung dagegen, mich mit Verwaltungskram auseinanderzusetzen – so sehr ich deren Tätigkeit schätze und verstehe, warum man Regelungen genau einhalten muss.
Bei jeder Abreise werden immer Geschenke gegenseitig ausgetauscht, man bedankt sich und wünscht sich alles Gute. Auch daran muss ich mich immer bewusst erinnern. Denn im allgemeinen mag ich keine Abschiede – und ich lege auch nicht großen Wert auf materielle Gegenstände. Aber das gehört eben dazu und erfüllt auch seinen Sinn. Trotzdem: ich muss immer acht geben, dass ich das nicht vergesse.
Mittlerweile zog es mich echt auf die Erde zurück. Ich wollte wieder nach Hause, sehnte mich nach einem guten Essen und etwas Entspannung in den Bergen. Natürlich würde ich erst noch beim Sirius A vorbeischauen müssen. Nicht weil es von mir erwartet wurde – sondern weil ich ein positives Zeichen der Verbundenheit setzen wollte. Doch erst sollte ich mich nochmal auf dem Orion blicken lassen. Die Plejaden nutzen mich als Boten. Und außerdem musste ich noch Dokumente an das Merlen-Amt liefern, damit sie auch ihre Arbeit aufnehmen konnten.
Ach ja: auf den Plejaden hatte ich meine Posthornkarte, die von der Schönschreiberin eingeworfen. Ein Testlauf, um deren Postweg zu überprüfen und messen.
Beim Orion wurde ich dann von einer bildhübschen Seele empfangen. Sie war Botschafterin vom Sirius dort und wollte mit mir eine Partnerschaft eingehen. Sie ist eine Art Göttin, würde ich sagen – und ich spürte sofort eine tiefe Verbundenheit und Nähe. Doch ich musste erst ihren Namen erkennen, damit auch ein tatsächlicher Kontakt entstehen konnte… Ich stand wie vor einer Mauer und tappte im Dunkeln… Meine Seherin riet mir, einfach loszubrabbeln. Sie würde dann sehen, welche Wort(laute) auf Resonanz stoßen würden… Aber es kam ersteinmal nichts… Ich fing mit LISA an – doch das hätte eigentlich ASIL sein müssen. Lisa, Lina, Line, Selma, Diana, Anna, Hannah… Ich ging immer weiter das durch, was mir in den Sinn kam… Bei SAMIRA schien ich ins Schwarze zu treffen – doch das ist nur ein Aspekt ihrer multidimensionalen Persönlichkeit… Wie dem auch sei: sie beschloß, mit mir zum Sirius zu reisen.
Es war gut, dass ich in Begleitung von ihr zum Sirius kam. Dor hatte ich ja nach wie vor meine Gegnerschaft. Diese wurden keine Freunde dadurch, doch ihre Bedenken wurden entkräftigt und sie neutralisiert. Ich wurde nun auch von diesen Gruppieung zumindest akzeptiert. Sie lehnen mich nicht länger ab, auch wenn sie mir weiterhin skeptisch gegenüberstehen. Es sind eben die Konservativen, die es nicht gerne sehen, wenn etwas neues daher kommt, zumal wenn es Veränderungen mit sich bringt… Ich pflegte auch meine bestehenden Kontakte auf dem Sirius. Und irgendwie fühlte ich mich auch heimisch.
Meine Seelenpartnerin, zu meiner großen Überraschung, wurde dann mit mir weiter zur Erde gesandt. Ich fühle mich wohl in ihrer Gegenwart und war dankbar und froh für die Begeleitung. Wieder ging es erst zum Prokyon – und von dort zu meiner Basis auf dem Jupitermond Europa. Dort wurde von AMF-Klonen dann das Schiff entladen. Ich führte sie ein wenig in meinem Unterwasserpalast umher – und dann ging es weiter zum Mond der Erde, von dem wir unseren Abstieg dann in diese Raumzeit hier machten.
Ich weiß, dass dies alles nur eine gekürzte Verfassung der eigentlichen Reise ist. Aber die Zeit drängt schon wieder. Und ich wollte wenigstens in groben Zügen wiedergeben, was mir da so in etwa widerfahren ist.
Nun werde ich ein paar Postkarten schreiben, meine morgige Heimreise planen – und mich dann dem 19. Mai zuwenden. Außerdem sollte ich noch meinen leiblichen Vater anrufen. Er hat heute Geburtstag, ist 69 Jahre alt geworden.